Eishockey auf einem NHL-Feld, neue Freunde, eine Woche in Washington D.C. und ein Schulalltag, der ganz anders funktioniert als in Deutschland: Hinter Merit Grundei liegt ein Jahr voller neuer Eindrücke im US-Bundesstaat Minnesota. Inzwischen ist die Schülerin des Luise-von-Duesberg-Gymnasiums wieder in Kempen angekommen. Bei einem Gespräch mit dem direkt gewählten Bundestagsabgeordneten für den Kreis Viersen, Martin Plum, und Schulleiter Benedikt Waerder blickte sie auf ihr Jahr als Stipendiatin des Parlamentarischen Patenschafts-Programms (PPP) zurück.
„Ich habe an meiner Schule sehr schnell neue Freunde gefunden und mich dort wirklich wohlgefühlt“, erzählt Grundei. Einen festen Platz in ihrem amerikanischen Alltag hatte der Eishockeysport. „Ich habe sehr viel Eishockey gespielt und war in meinem Team als Goalie eingesetzt. Besonders beeindruckt hat mich, dass ich sogar auf einem Eisfeld spielen durfte, das auch von einem NHL-Team genutzt wird. Das war schon ein besonderer Moment.“
Minnesota blieb dabei nicht ihr einziger Eindruck von den Vereinigten Staaten. Gemeinsam mit anderen PPP-Stipendiatinnen und -Stipendiaten verbrachte Grundei unter anderem eine Woche in Washington D.C. Auch die Unterschiede zum deutschen Schulalltag fielen ihr schnell auf. „Für solche Reisen braucht man dort nicht unbedingt Ferien. Man kann auch während des Schuljahres unterwegs sein und holt den Stoff anschließend nach. Das ist schon deutlich anders als bei uns in Deutschland“, berichtet sie.
Doch das Austauschjahr bestand nicht nur aus Schule, Reisen und Freizeit. Als PPP-Stipendiatin war Grundei zugleich Junior-Botschafterin Deutschlands. Dazu gehörte unter anderem, 30 Stunden gemeinnützige Arbeit zu leisten und an ihrer Schule einen Vortrag über Deutschland zuhal-ten. „Das fand ich spannend, weil man plötzlich selbst erklären muss, wie Deutschland eigentlich funktioniert und wie unser Alltag aussieht. Gleichzeitig lernt man dabei auch viel über das eigene Land“, so Grundei.
Für Plum zeigt gerade diese Rolle, was das Parlamentarische Patenschafts-Programm auszeichnet: „Merit hat die Chancen dieses Jahres hervorragend genutzt. Sie hat nicht nur die USA aus nächster Nähe kennengelernt, sondern zugleich Deutschland als Junior-Botschafterin vertreten. Genau dieser persönliche Austausch schafft Verständnis füreinander und verbindet Menschen über Ländergrenzen hinweg.“
Dass dabei echte Freundschaften entstanden sind, zeigt sich auch nach ihrer Rückkehr. Freunde aus den USA und ihre Gastschwester haben bereits einen Besuch in Deutschland geplant. Und auch Grundei selbst zog es noch einmal zurück: Am 4. Juli war sie erneut in den Vereinigten Staa-ten, um dort den amerikanischen Nationalfeiertag mitzuerleben.
Nun hat für sie wieder der Schulalltag in Kempen begonnen. Aufgrund ihrer guten schulischen Leistungen kann Grundei direkt in die Jahrgangsstufe 12 einsteigen. Durch das Austauschjahr entstehen ihr damit keine schulischen Verzögerungen.
Schulleiter Benedikt Waerder sieht darin auch ein wichtiges Signal für andere Schülerinnen und Schüler: „Ein längerer Auslandsaufenthalt ist eine große persönliche Erfahrung und muss einer erfolgreichen Schullaufbahn nicht entgegenstehen. Merit hat ihr Jahr in den USA sehr gut ge-nutzt und kann nun ohne Zeitverlust ihren Weg am Luise-von-Duesberg-Gymnasium fortsetzen. Zugleich bringt sie viele neue Erfahrungen und Perspektiven mit zurück in unsere Schulgemeinschaft.“
Auch Plum hofft, dass Merits Erfahrungen weitere junge Menschen aus dem Kreis Viersen ermutigen: „Ein Jahr in den USA bedeutet weit mehr als einen Schulbesuch in einem anderen Land. Junge Menschen lernen eine andere Gesellschaft, andere Sichtweisen und einen anderen Alltag kennen. Gleichzeitig entstehen persönliche Verbindungen, die oft weit über das Austauschjahr hinausreichen.“
Das Parlamentarische Patenschafts-Programm besteht seit 1983 und ist ein gemeinsames Austauschprogramm des Deutschen Bundestages und des US-Kongresses. Bundestagsabgeordnete übernehmen während des Austauschjahres die Patenschaft für die Stipendiatinnen und Stipendiaten aus ihrem Wahlkreis.
Wer selbst ein Jahr in den USA verbringen möchte, kann sich derzeit noch für das 44. Parlamentarische Patenschafts-Programm 2027/2028 bewerben. Die Bewerbungsfrist endet am Freitag, 11. September 2026.


